Das Institut für Hanfanalytik dankt Ihnen herzlich für Ihr Interesse an unserer Veranstaltung am 29. April 2022. Hier finden Sie die Zusammenfassungen, Vorträge und Videos der Referenten.


Qualitätssicherung für CBD Produkte und deren Folgen für Drogentests im Straßenverkehr

Ing. Christian Fuczik, Institut für Hanfanalytik

Können CBD Produkte zu einem positiven Drogentest führen?

Ich lade Sie ein, mit mir einen Rundgang durch unser Labor zu machen. Wir untersuchen weit mehr als 10.000 Proben pro Jahr für die Cannabis-Industrie. Pflanzen, Öle, Extrakte, Kosmetika, Getränke, Gummibärchen, Reinsubstanzen (Isolate) und noch einige andere Probenmaterialien werden zu uns eingesandt, um in einem ISO-zertifizierten Labor auf Qualität und Legalität untersucht zu werden. Ich möchte Ihnen einen Einblick geben, wie Qualitätssicherung in der Cannabisindustrie stattfindet, um den Konsumenten Produktsicherheit zu gewährleisten. Natürlich stellt sich dabei auch die Frage, welche Folgen die Einnahme dieser Produkte haben.

Eine dieser Folgen kann ein unerwartetes Ergebnis bei einem Drogentest sein. Kann man CBD Produkte konsumieren, wenn von Behörden eine Abstinenzauflage erteilt wurde? Wie verhalte ich mich richtig, wenn die Polizei einen Drogentest im Straßenverkehr verlangt und vorher CBD Produkte konsumiert wurden?

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Strafrechtliche Aspekte bei Produktion & Vertrieb von Hanf- & CBD-Produkten

Mag. Simon Häussler, Kanzlei Gradwohl + Machac

Die aktuelle Situation im Strafrecht – Überblick und Ausblick

Seit Aufkommen der Cannabidiol (CBD)-Produkte lässt sich (auch anhand von medien- wirksamen Ermittlungs-, Straf- sowie teilweise Verwaltungs(straf-)verfahren) kurz festhalten: „Die Cannabispflanze befindet sich in einer rechtlichen Grauzone“.

Auch wenn dies seit geraumer Zeit für „Industriehanf“ gilt, führt es im (anwaltlichen) Alltag im Rahmen von CBD-Produkten zu erheblichen Problemstellungen. Von großer Bedeutung ist, welche Substanzen vom Gesundheitsministerium im Wege der Suchtgiftverordnung als tatbestandtauglich – somit als Suchtgift im Sinne des Suchtmittelgesetzes – qualifiziert wurden. In der Suchtgiftverordnung genannt sind die in der Hanfpflanze enthaltenen Wirkstoffe ∆9-THC bzw. THCA. Der Wirkstoff CBD ist bis dato in der Suchtgiftverordnung nicht genannt, weshalb es sich dabei also um kein Suchtgift handelt. Zu beachten gilt bei CBD-Produkten, neben anderen Parametern, dass der in der Suchtgiftverordnung genannte Grenzwert von 0,3 % ∆9-THC nicht überschritten wird.

Daraus ergeben sich einige Fragen in Bezug auf die Rechtsicherheit und deren weitere Entwicklung:

  • Führerscheinentzug samt Verwaltungsstrafverfahren wegen legalem CBD-Konsum?
  • Führt jeder noch so geringe THC-Nachweis (illegaler THC- oder legaler CBD-Konsum) automatisch zur Fahruntauglichkeit? Fehlender Grenzwert für die jeweiligen Suchtmittelsubstanzen betreffend der Fahrtauglichkeit (wie z.B. bei Alkohol)?
  • Ermittlungs- bzw. Strafverfahren samt Hausdurchsuchung und Sicherstellung wegen bloßem Verdacht auf illegalen THC-Konsum bzw. THC-Anbau trotz legalem CBD- Konsum bzw. CBD-Anbau?
  • Gesetzgeber gefragt oder Aufgabe der Rechtsprechung (siehe z.B. deutsche Rechtsprechung, die von einem „Mindestgrenzwert/ Grenzkonzentration“ von 1,0 ng/ml THC zur Annahme einer Verkehrsunzuverlässigkeit ausgeht)?
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Isomere von CBD und THC - Rechtslage und Laborpraxis von Δ8-THC , Δ10-THC , HHC u. ä. Substanzen

Ing. Christian Fuczik, Institut für Hanfanalytik, Wien

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CBD und Cannabis im Lebensmittelrecht

Mag. Jakob Hütthaler-Brandauer, Lawpoint Hütthaler-Brandauer & Akyürek Rechtsanwälte, Wien

Kriterien für Cannabisprodukte als Lebensmittel

Vor einigen Jahren kamen plötzlich zahlreiche Lebensmittel, insbesondere Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit CBD auf den Markt. Die Hanfpflanze, die schon seit Jahrtausenden verwendet wurde, bekam im Lebensmittelbereich einen Boost. Dabei war relativ schnell klar, dass CBD in Lebensmitteln ein problematischer Inhaltsstoff ist. Stichwort: Novel Food. Aber nichts ist schwarz oder weiß; so gibt es nach wie vor auch im Lebensmittelrecht Graustufen bzw. auch nicht geklärte Sachverhalte über die Verwendung von Cannabis in Lebensmitteln.

Der Vortrag wird auf die Rechtslage im Zusammenhang mit CBD und Cannabis eingehen und die unproblematischen Produkte, wie etwa Hanfsamenmehl, genauso behandeln wie die eindeutig problematischen Produkte, etwa CO2 extrahiertes CBD aus der Hanfpflanze.

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The effect of cannabinoids on the human body and its reward system

Doz. Dr. Tanja Bagar, Internationales Institut für Cannabinoide (ICANNA)

From a biochemical perspective, human beings are very complicated. If we look only at one basic unit of life – the cell – biochemistry is already rather complex at this level. Cells are not just simple building blocks, unconscious and static as bricks in a wall, but rather well connected, vibrant, and talkative spheres of life. Both intra- and intercellular communication are vital for all multicellular organisms, and the more complex and evolved organisms are, the higher the importance of this communication. Cells talk to each other via chemical signaling molecules, like hormones, neurotransmitters, peptides – and cannabinoids.

Cannabinoids are essentially messenger molecules; their role is to send signals, convey a message and evoke a response in the cells. In a healthy body, we can produce cannabinoids, similar substances as THC and CBD. They bind the cannabinoid and other receptors and regulate the biochemistry of the vast majority of 37 trillion cells in our body. This endocannabinoid system functions as an SOS mechanism that is activated whenever our bodies are out of balance for whatever reason. For example, it is activated when we suffer from a physical injury, encounter pathologic microbes, feel emotional pain, or are under stress.

The ECS serves as a general protective mechanism, starting at the cellular level and proceeding to tissues, organs, body, and general well-being. In this talk, we will dive deeper into understanding how the endocannabinoids system works, what happens when we take cannabinoids, what all this has to do with how we feel, and how our reward system works.

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